EUROPA - IN UNEINIGKEIT VEREINT? „Es ist spät in Europa…“

Aktuell tagt der Rat der europäischen Ministerpräsidenten und Regierungschefs wieder in Brüssel. Und wieder einmal scheint das Motto: "we agree to disagree“ dieses Treffen zu bestimmen.

Der im April vor entscheidenden Parlamentswahlen stehende Orban wird sich nur schwerlich seine Blockadehaltung in Sachen Ukraine-Hilfe abkaufen lassen, hängt er doch noch immer essenziell am russischen Energietropf.

Für Spanien sind die Ukraine und Grönland weit entfernte Gebiete. Über Frankreich schwebt das Damoklesschwert des Ressemblement National und Deutschland hat eine Regierung, die einem im Grunde einsichtigen Volk vor Landtagswahlen nicht weh tun will.
Nun ist auch noch der Nahe Osten in Flammen geraten und manche schlagen sich mit der Parole „nicht unser Krieg“ in die Büsche, nicht wahrhaben wollend, dass diese keinen nachhaltigen Schutz bieten können!

Gemeinsame Projekte wie europäischer Kapitalmarkt, Abbau inner-gemeinschaftlicher Hürden, industrielle Zusammenarbeit zur Erlangung der Verteidigungsfähigkeit werden auch durch naturgemäße Eitelkeiten der um Wiederwahl Besorgten be- und verzögert.
Und in Moskau, Peking und Teilen Washingtons werden Krimsekt- und Champagnerflaschen geköpft!

Obendrein spielt noch das Europäische Parlament Vabanque, wenn es wie bei Mercosur und Migration abwechselnd Mehrheiten mit rechtsradikalen Zerstörern des Europäischen Erbes sucht!

Zerfasert also das „Friedensprojekt Europa“ im nationalistischen Klein-Klein? Haben wir immer noch nicht den globalen Schuss gehört?

Trumps Planlosigkeit, Eigensucht und Eigensinn vorzuwerfen, ist obsolet, solange wir selbst irrlichtern und nationale Nabelschauen als zielführend begreifen!

Wenn wir als Europaunion weiter mehr als ein ritualisiertes Sammelbecken von Mitläufern sein wollen, sollten wir unsere Komfortzonen verlassen, nicht nur unseren Ehrenamtlichen gelegentlich auf die Schulter klopfen, sondern selbst nach außen laut werden! Schreiben wir doch unsere Wünsche und Forderungen in Sachen Europa unsere nationalen und europäischen Abgeordneten, fordern wir sie zum Dialog auf und zeigen wir im persönlichen Umfeld Flagge!

Hanns Dieter Hüsch begann sein Lied mit „Es ist spät in Europa…“, wir können, müssen, dürfen mit Anne Frank ergänzen: „Wie wunderbar ist es, dass niemand einen Moment warten muss, bevor er anfängt, die Welt zu verbessern!“

Deodat von Eickstedt 20.03.2026