In Brüssel sind die Gespräche mit der Ukraine und der Republik Moldau im Hinblick auf eine Annäherung an die EU begonnen worden! Dies ist ein erster Schritt, um die voraussichtlich langjährigen Beitrittsverhandlungen starten zu können.

Vor einigen Tagen fanden in Montenegro Konsultationen statt, die ebenfalls zum Ziel hatten, die Westbalkanstaaten näher an die EU heranzuführen.

Bei der Bewertung dieser diplomatischen Aktivitäten sollte man jedoch auch folgendes im Blick haben:

1) In erster Linie soll damit diesen Staaten aufgezeigt werden, dass sie eine reale Perspektive haben, Mitglieder der EU zu werden. 

2) Damit wird in psychologischer Hinsicht auch den in weiten Teilen der Bevölkerung in diesen Staaten virulenten Bedürfnissen nach Sicherheit und wachsendem Wohlstand Rechnung getragen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, den russischen (aber auch chinesischen) geostrategische  Bemühungen, um diese Länder zumindest das Prinzip Hoffnung entgegenzusetzen. 

3) Die reale Verfasstheit dieser Staaten im Hinblick auf den Wertekanon der EU, der allerdings auch in den bisherigen Mitgliedsstaaten immer wieder insbesondere von rechten und rechtsextremen Bewegungen infrage gestellt wird, erfordert eine langwidrige Prozedur derer innerstaatlichen Abläufe. 

4) So sehr mit einem derartigen Aufwuchs der EU das ökonomische Gewicht zunehmen könnte, so sehr muss aber auch gesehen werden, dass dies auch zu unliebsamen Wettbewerbsveränderungen innerhalb der EU führen wird (die Bauern haben starke Traktoren!). 

5) Nicht zuletzt haben die letzten Jahre mit der teilweisen Blockadehaltung nicht nur von Ungarn deutlich gemacht, dass ein Mehrheitsprinzip bei Abstimmungen unerlässlich ist! Meint: auch die EU steht vor gravierenden, strukturellen Veränderungen. 

Was Hoffnung macht: durch die Aufnahme von Gesprächen können Vereinfachungen und Erleichterungen im Sinne von „privilegierten Partnerschaften“ leichter umgesetzt werden. Dies könnte dann auch zu einer notwenigen Angleichung der Lebensbedingungen in der EU führen. Folgen wir also dem Gedanken eines klugen Menschen: Das Reden über Probleme schafft Probleme, das Reden über Lösungen schafft Lösungen (Steve de Shazer)!

Deodat von Eickstedt, Garbsen 16.06.2026