Die Vorstellungen der Kommission zu einem künftigen Haushalt beinhalten auch eine eigenständige Einnahmequelle der EU im Hinblick auf eine „moderne Haushaltsführung“ und werden auf dem kommenden Ratsgipfel im Oktober sicher Gegenstand umfänglicher Diskussion sein.
Im Hinblick auch auf die jüngsten Ereignisse in Ceuta kündigte Frau von der Leyen ein ergänzendes Rahmenwerk an, dessen Konkretisierung wohl intensive Dispute auslösen dürfte.
Die Beziehungen zu China sollen im Dialog mit Peking zu einer Verringerung des Ungleichgewichtes der Handelsströme führen, wobei die EU alle „verfügbaren Instrumente“ nutzen will, so auch eine neu zu schaffende europäische Gesellschaft für kritische Rohstoffe.
Im Mittelpunkt stand die verstärkte Kooperation mit Kanada. Frau von der Leyen brachte eine "assoziierte Mitgliedschaft“ ins Spiel, wobei deren rechtliche und reale Ausgestaltung als Novum sicher noch manche Hürde nehmen muss. Hilfreich wäre dabei sicher, wenn das bereits geschlossene Freihandelsabkommen CETA endlich in allen Mitgliedsstaaten ratifiziert wäre! Der anwesende kanadische Ministerpräsident, Mark Carney, genoss sichtlich die herausragende Gastfreundschaft!
Gleichzeitig wurde von ihr mit Blick auf die europäischen Beitrittsbegehren deutlich gemacht, dass die Funktionalität der EU dabei sichergestellt werden muss (Frage des Veto-Verzichts für Neumitglieder).
Von der Leyen unterstrich in ihrer Rede die „epochalen Herausforderungen“, vor denen die EU steht und schlug im Blick auf die europäische Souveränität einen „europäischen Sicherheitsrat“ vor, dem auch Länder wie Großbritannien und Norwegen angehören sollten.
Es bleibt nach dieser Rede zu hoffen, dass es nicht nur bei Ankündigungen und Absichtserklärungen bleibt, sondern den genannten Herausforderungen durch reales Handeln Rechnung getragen wird!
Es bleibt spannend in Europa!
Deodat von Eickstedt, Hannover, den 18.9.2026